Taoismus |
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Schon im ersten Vers des
„Tao Te King“ von Lao Tse, heißt es: „Das Tao, das sich aussprechen lässt, ist nicht das ewige Tao, der Name, der sich nennen lässt, ist nicht der ewige Name“. |
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| Alles nimmt den lauf der Zeit und verändert sich mit ihr. Taoismus (sprich Daoismus) ist eine Lebensweise, die dem Mitgehen mit dem Lauf der Zeit entspricht. In der Natur können wir dies z. B. in strömendem Wasser, in den Flammen des Feuers oder den Wolken die am Himmel ziehen, erkennen. | |
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Als Alternative zu unserer Welt, in der wir versuchen und danach streben, alles zu beherrschen und zu kontrollieren, stellt der Taoismus einen Gegenpol dar. Die Ganzheitlichkeit des Taoismus und seine tiefgründige Philosophie sind unter anderem im "Tao Te King“ niedergeschrieben und in fast alle Sprachen übersetzt. Die Weisheit der taoistischen Texte ist zum Teil auch in der eigenen Muttersprache so tiefgründig, dass es sich lohnt, die Werke der alten Meister immer wieder zu studieren. Das bloße und einmalige Lesen wird den Leser zu keinerlei Erkenntnis führen. Erst die Auseinandersetzung
mit den Inhalten führt zu einem Verstehen, das es dem interessierten Menschen ermöglicht, aus den taoistischen Texten die Botschaft zu erkennen. Und die lautet: „Der Weg ist der Weg und es gibt keinen anderen Weg als den Weg“ |
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| Das Tao ist die höchste Wirklichkeit und Kraft des Universums, der Grund für Sein und Nichtsein. Das Tao "tut" nichts und lässt doch nichts "ungetan". Es kann nicht mit Worten definiert werden und ist weder eine Idee noch ein Begriff. | |
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Es ist keine Energie, die das Universum durchzieht und es ist auch kein Gott. Es mag die Götter oder den Gott erschaffen haben, doch es ist kein Gott. Das Tao ist also der Lauf der Natur, die Ordnung des Universums. Das Tao ist selbsterzeugend und existiert aus sich selbst heraus und ist Nicht-Gesetz. Tao ist das, was von selbst geschieht (tzujan), spontan und aus sich heraus und ohne Zwang. Man kann dem Weg des Tao folgen oder nicht. Man kann sich einbilden, außerhalb des Laufes der Dinge zu stehen, doch dies ist nur Einbildung. |
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| Das Tao hat jedoch eine Struktur und Form. Diese heißt auf Chinesisch "Li" und ist die asymmetrische, sich nicht wiederholende, nicht reglementierte Ordnung. Diese Ordnung kann man in fließendem Wasser, in der Struktur von Baumrinde, in Eiskristallen, Kieseln am Strand oder den Muskelfasern sehen. "Li" ist die Schönheit, die anziehend wirkt, ohne dass man sie erklären kann. Es sind keine wissenschaftlichen Erklärungen, wie Oberflächenspannung oder mathematische Gesetzmäßigkeiten, die dieses Prinzip beschreiben oder erklären könnten. | |
| Das Prinzip des Taoismus ist das "Nicht-Handeln" (Wu Wei), eben die Leerheit (Sunjata). Es ist aber nicht Trägheit, Faulheit, Laisserfaire oder Passivität, denn Wu Wei bedeutet nicht gegen den natürlichen Lauf des Tao zu handeln. | |
| Wu Wei ist die Weide, die unter der Last des Schnees nachgibt, und nicht wie ein hoher Baum, der starr ist und dessen Äste brechen. | |
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Tao Te King, 76 |
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